Über das Vorgängerprojekt FluKoS (2019-2021)
Das Projekt „Flucht, Trauma und Behinderung im Kontext Schule“ (FluKoS) unterstützte Fachkräfte in der schulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte. Im Fokus standen Schüler:innen mit vermutetem oder diagnostiziertem sonderpädagogischen Förderbedarf.
Ziele von FluKoS
- Weiterbildungen für Lehrkräfte und Pädagog:innen
In Basisseminaren wurden traumapädagogische Grundlagen und in den sich anschließenden Aufbauseminaren Vertiefungen zu den verschiedenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten vermittelt.
- Supervisionen für Lehrkräfte und Pädagog:innen
Teilnehmende aus dem Raum Berlin und Brandenburg hatten die Möglichkeit, sich einer Supervisionsgruppe anzuschließen, in welcher fallorientiert an aktuellen Herausforderungen und Belastungen des schulischen Alltags mit der Zielgruppe gearbeitet wird.
- Informationen und Vernetzung
Auf einer Webseite wurden Informationen rund um das Thema Flucht, Trauma und Behinderung im Kontext Schule zur Verfügung gestellt.
- Wissenschaftliche Begleitforschung
Der Erfolg der Weiterbildungsmaßnahmen wurde begleitend mit qualitativen und quantitativen Methoden überprüft.
Es wurden Good-Practice-Beispiele im Kontext von Flucht, Behinderung und Trauma erhoben.FluKoS ist Teil des Interdisziplinären Kompetenzzentrums Rehabilitationswissenschaften (KoRa) der Humboldt-Universität zu Berlin.
Projektlaufzeit
Juli 2019 – Dezember 2021
Projektleitung
Prof. Dr. Claudia Becker und Prof. Dr. David Zimmermann
Netzwerkpartner
Verband Sonderpädagogik e.V. – Landesverband Berlin und der Verband Sonderpädagogik e.V. – Landesverband Brandenburg
Förderung
FluKoS wurde aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.
Begleitforschung
Die folgenden Forschungsfragen standen im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen:
- Welche flucht- und behinderungsspezifischen Bedarfe weisen geflüchtete Kinder mit Behinderung auf?
- Welche Herausforderungen erleben Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit als Folge der traumatischen Erfahrungen der jungen Geflüchteten mit Behinderung?
- Wie verändert sich die Selbstwirksamkeit der Fachkräfte in der Arbeit mit jungen Geflüchteten durch eine traumapädagogische und fluchtspezifische Unterstützung (primär in Form von Weiterbildung und Supervision)?
- Welche positiven Erfahrungen machen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in der Arbeit mit geflüchteten Kinder mit Behinderung? Welche Maßnahmen und Vorgehensweisen finden sie als hilfreich und können deshalb als Good-Practice-Beispiele gelten?
- Welche institutionellen Rahmungen benötigen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, um im Kontext von Trauma und Behinderung pädagogisch-professionelle Arbeit leisten zu können (unter besonderer Beachtung des Aspekts der Kooperation)?
- Welche Grenzen erleben Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte trotz der fachlichen Unterstützung?
Team
Prof. Dr. phil. Claudia Becker
Ist seit 2011 Hochschullehrerin für Gebärdensprach- und Audiopädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen: Bimodal-bilinguale Erziehung und Bildung hörgeschädigter Kinder, inklusive Bildung mit Laut- und Gebärdensprache, Gebärdenspracherwerb, sozial-kognitive Entwicklung bei schwerhörigen und gehörlosen Menschen. Zu diesen Themenbereichen fertigte sie zahlreiche Publikationen.
Prof. Dr. phil. David Zimmermann
David Zimmermann ist Professor für Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Er forscht und lehrt zu den Themen „Trauma“, „Traumapädagogik“, „Psychoanalytische Pädagogik“ und „Pädagogik im Strafvollzug“. Seine Projekte verbinden eine fachwissenschaftliche Perspektive mit Lehrer:innenbildung und schulischer Praxis. Gemeinsam mit zwei Kollegen leitet er das Institut für Traumapädagogik Berlin (ITB). Vor seiner Zeit als Hochschullehrer war er in der Schule, der ambulanten Familienhilfe und in der stationären Arbeit mit Menschen mit Behinderungen tätig.
Dr. phil. Katharina Weiland
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rehabilitationswissenschaften in den Lehrgebieten Rehabilitationspsychologie, Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und Kommunikation, Rehabilitationstechnik und Neue Medien sowie Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen. Aktuelle Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Lebensqualität in rehabilitationswissenschaftlichen Arbeitsfeldern, die berufliche Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher sowie Diagnostik und Statistik.
Sophie Friedrich (Dipl. Rehabilitationspädagogik)
Studiengangskoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rehabilitationswissenschaften im Lehrgebiet Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen. Aktuelle Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Mehrsprachigkeit im Rahmen sprachtherapeutischer Praxis, lerntherapeutische Settings in der Kinder- und Jugendhilfe sowie pädagogische Herausforderungen im Kontext Flucht und Behinderung.
Franziska Trauzettel (M.Sc.)
Frau Trauzettel hat im Bachelor Psychologie und im Master Human Factors mit Schwerpunkt Medizintechnik studiert. Sie begleitete über drei Jahre lang einen schwerstbehinderten Jungen in seinem Alltag und engagiert sich aktuell im Rahmen der Seebrücke für Geflüchtete. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt und fertigt parallel ihre Promotion mit dem Titel: „Evaluation präventiver und gesundheitsförderlicher Aspekte von Serious Games im Alter“.
Henriette Juche (M.Ed.)
Henriette Juche absolvierte an der Humboldt-Universität zu Berlin das Lehramtsstudium in Sonderpädagogik mit den Fachrichtungen Gebärdensprachpädagogik/ Hören und Kommunikation sowie Englisch als Zweitfach. Ihre Bachelorarbeit verfasste sie zu dem Thema „Hörgeschädigte Schüler_innen mit Fluchthintergrund in Deutschland“.
Benjamin Tober (B.A.)
Herr Tober ist ausgebildeter Erzieher und studierte im Bachelor Bildung an Grundschulen und im Master Grundschullehramt mit den Fächern Sonderpädagogik, Mathematik und Sachunterricht. Des Weiteren engagierte er sich ehrenamtlich in einem Jugendverband und begleitete dort fünf Jahre lang Jugendliche bei Ferienfahrten. Er ist studentischer Mitarbeiter im Projekt.
Weiterbildung
Das Basismodul (dreitägig) gab einen fundierten Einblick in die Zusammenhänge von Flucht, möglicher Traumatisierung und Belastungen der Entwicklung oder Behinderung. Dabei wurden Praxisbeispiele der Teilnehmenden einbezogen. Die Teilnehmenden erhielten zudem zahlreiche Informationen u.a. auch über themenbezogene Netzwerke.
Die Aufbaumodule (zweitägig) nahmen die spezifischen Herausforderungen und Fördermöglichkeiten in den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten emotional-soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, Hören & Kommunikation sowie Sehen in den Blick.
Folgende Aspekte wurden dabei fokussiert:
FS Emotional-soziale Entwicklung: Vertiefung Subjektlogik und traumapädagogisches Fallverstehen, Förderkonzepte, Haltung und Beziehung, ausgewählte Handlungsbeispiele
FS Geistige Entwicklung: Trauma und Behinderung – Zusammenhänge und Auswirkungen auf das Lernen, Aspekte der Differenzierung zwischen Traumatisierung und dem Förderschwerpunkt GE, Traumasensible Unterstützung
FS Hören & Kommunikation: Erfahrungswelten geflüchteter Kinder und Jugendlicher mit einer Hörbeeinträchtigung, Gebärdensprache in verschiedenen Ländern, Diagnostik von Laut- und Gebärdensprachkompetenzen, Sprachförderung, Elternarbeit
In Supervisionsgruppen hatten Teilnehmende aus dem Raum Berlin & Brandenburg die Möglichkeit, fallorientiert an den aktuellen Herausforderungen und Belastungen im schulischen Alltag im Anschluss an die Seminare weiterzuarbeiten.
Abschlussveranstaltung – Flucht, Trauma und Behinderung im Kontext Schule
Mittwoch, 24.11.2021 | 15:00-19:00 Uhr
Basismodule
20.–22. Februar 2020
01.–02. April 2020 (Teil I)
22.–24. April 2020 (Teil II)
27.–29. August 2020
05.–07. November 2020
18.–20. Februar 2021
25.–27. Februar 2021
06.–08. Mai 2021
Aufbaumodule
11./12. Juni 2020 – Emotional-soziale Entwicklung
08./09. Oktober 2020 – Geistige Entwicklung
20./21. November 2020 – Hören & Kommunikation
03./04. Dezember 2020 – Emotional-soziale Entwicklung
14./15. Januar 2021 – Geistige Entwicklung
18./19. März 2021 – Emotional-soziale Entwicklung
23./24. April 2021 – Hören & Kommunikation
06./07. Mai 2021 – Geistige Entwicklung
27./28. Mai 2021 – Emotional-soziale Entwicklung




